Trauer um Günter Dehn
Die CSU Aschaffenburg und die Fraktionsgemeinschaft CSU / Junge Union im Aschaffenburger Stadtrat trauern um unseren Freund, Kollegen und Mitglied, Bürgermeister a.D. Günter Dehn, der am Dienstag in den frühen Morgenstunden nach kurzer schwerer Krankheit verstorben ist.
Sein gesellschaftliches Engagement begann Günter Dehn in frühen Jugendjahren als Messdiener und in der katholischen Jugendarbeit. Der CSU trat der gelernte Schreiner 1958 bei und blieb ihr bis zu seinem Tod treu. 1960 wurde er Kreisvorsitzender der Jungen Union und zog Im gleichen Jahr als damals jüngstes Mitglied in den Aschaffenburger Stadtrat ein. Über 54 Jahre, länger als jeder andere, engagierte Günter Dehn sich in diesem Gremium. Von 1972 an war er Fraktionsvorsitzender der CSU, bis er 1978 zum Bürgermeister der Stadt Aschaffenburg gewählt wurde. Letzteres Amt hat er hernach 24 Jahre bis 2002 inne und leitete in dieser Zeit in der Stadtverwaltung das Referat für Jugend, Schule und Soziales. Als Geschäftsführer der CSU Untermain von 1961 bis 1979 und als Mandatsträger und Bürgermeister ging sein Wirken deutlich über die Stadtgrenzen hinaus.
„Günter Dehn war geprägt durch seine tiefe christliche Überzeugung und das Erleben der schlimmen Nazi- und Kriegszeit als Kind und Jugendlicher.“, so CSU Kreisvorsitzender Winfried Bausback, MdL. „Daraus resultierte sein Verantwortungsbewusstsein, seine Wertebindung und seine Zugewandtheit zu den Menschen. Sein gesellschaftliches Engagement ist seine Antwort gewesen auf die materielle und moralische Zerstörung durch das Regime der Nazis. Unsere Stadt und die Christlich Soziale Union in Aschaffenburg hat er wie wenige geprägt. Mich persönlich hat er beeindruckt durch seine christliche Überzeugung, sein Verantwortungsbewusstsein, Überzeugungs- und Tatkraft.“
Oberbürgermeister Markus Schlemmer betonte: „Wenn ich mit Günter Dehn gesprochen habe, hatte ich nie das Gefühl, mit jemandem zu sprechen, der auf seine Verdienste zurückblickt. Ich hatte immer das Gefühl, mit jemandem zu sprechen, der wissen wollte, wie es mit Aschaffenburg weitergeht.“
Für seine beiden Amtsnachfolger in die Leitung des Referats Jugend, Schule und Soziales war Günter Dehn ein Vorbild.
Werner Elsässer, der Günter Dehn 2002 nach 24 Jahren ins Bürgermeisteramt folgte: „Günter Dehn waren seine Mitmenschen wichtig, was sich nicht nur in handgeschriebenen Glückwünschen zu Geburtstagen und anderen Anlässen zeigte. Bei dem Amtswechsel am 7. Mai 2002 – frühmorgens um 7.00 Uhr, Günter war Frühaufsteher! – übergab er nicht nur die Schlüssel, sondern legte mir ‚seine‘ Mitarbeiter im Referat ans Herz.“
Jessica Euler, die diese Position heute innehat: „Günter Dehn hatte immer sein Notizbüchlein dabei, selbst noch nach seinem Ausscheiden aus dem Stadtrat. Oft gaben Menschen ihm ihre Anliegen mit auf den Weg, z. B. wenn er auf dem Wochenmarkt unterwegs war. Er schrieb sie auf, gab sie an die zuständigen Stellen weiter und kümmerte sich darum.“
Peter Schweickard, der Günter Dehn seit 1990 als Stadtratskollege und ab 1996 als Fraktionsvorsitzender begleitet hat: „Günter ging es immer auch darum richtige Prioritäten zu setzen. Eines der vielen Beispiele ist, dass Dehn – obwohl er den Pompejaner schätzte – gegen die Anlage des Weinbergs gestimmt hatte. Ihm wäre es in den 60er Jahren wichtiger gewesen, die Gelder für den Wohnungsbau zu nutzen.“
Seine Verdienste wurden durch hohe und höchste Auszeichnungen gewürdigt. So ist er seit 2015 Ehrenbürger der Stadt Aschaffenburg. Zuvor wurde er u.a. mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse der Bundesrepublik Deutschland, die kommunale Verdienstmedaille Bayerns in Silber und das goldene Siegel der Handwerkskammer für Unterfranken ausgezeichnet. Seine größte Auszeichnung aberwar das Vertrauen, das ihm die Bürger Aschaffenburgs entgegenbrachten, die sein Engagement von 1954 an in 9 Wahlen mit herausragenden Stimmergebnissen würdigten.
Kreisvorsitzender Winfried Bausback, MdL: „Wir verlieren mit Günter Dehn einen herausragenden Politiker, einen großherzigen Menschen und Freund. Wir trauern mit seiner Frau Gisela und seiner Familie und verneigen uns vor seiner Standhaftigkeit, seiner Ausdauer und seinem Jahrzehntelangen Einsatz für die Menschen. Sein Engagement wirkt in der Stadt bis heute nach. Wir werden die Erinnerung an ihn in unseren Herzen bewahren.“
